Noch 300 Tage bis zur Schulfahrt

Seit Beginn des Schuljahres gibt es ein Ritual. An der riesigen Italien-Flagge in der Pausenhalle hängt Schulassistent Uwe Hagemann jeden Morgen die Ziffern um, die den Countdown bis zum 16. Oktober 2017 anzeigen. Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien brach Jubel aus, weil Hagemann die „300“ präsentierte.

 

Im Oktober geht die Ratsschule auf eine besondere Studienreise. Die Jahrgänge 5 bis 10 unternehmen während der Projektwoche eine gemeinsame Fahrt nach Italien an den Gardasee. Das Ziel: Alle 421 Ratsschüler kommen mit.

„Dass alle Klassen zusammen auf Tour gehen, ist sicher ungewöhnlich. Nachdem wir jahrelang an bis zu drei verschiedenen Standorten untergebracht waren, wollen wir damit auch die Gemeinschaft stärken“, sagt Schulleiter Ludger Jansen. Eltern von Kindern der Jahrgänge 5 und 6 hätten ebenfalls die Möglichkeit, an der Schulfahrt teilzunehmen.

Als Urlaubreise versteht er das Projekt aber nicht. „Die Region um den Gardasee wird für uns zum außerschulischen Lernstandort. Ob direkt am See oder bei den Ausflügen nach Verona, Venedig und auf den Hausberg Monte Baldo: Wir bringen gezielt Unterrichtsinhalte aus den Fächern Geschichte, Erdkunde, Chemie und Biologie mit ein.“

Schon vor ein paar Monaten hat die Klasse R10a die Region um den Gardasee mit genau dem Programm erkundet, das die Ratsschüler im kommenden Jahr erwartet. „Es war eine unvergessliche Abschlussfahrt“, blickt Schülervertreterin Rania Landwehrmeyer zurück, „in Italien haben wir so viele schöne Orte besucht und Erinnerungen gesammelt. Höhepunkt war der Tag auf dem Monte Baldo. Von dort war die Sicht auf den Gardasee wirklich atemberaubend“.

Die Finanzen der Eltern sollen nicht außergewöhnlich belasten werden. „Darum gibt es für zwei Jahre keine weiteren Klassenfahrten“, erklärt Jansen. Jahrgangsübergreifende Projektfahrten wie der Manchester-Austausch oder die Skifreizeit würden aber weiter angeboten.

Damit die Teilnahme nicht an den Kosten scheitert, hätten sich viele Klassen solidarische Aktionen einfallen lassen, um durch Einnahmen ihre Mitschüler zu unterstützen. Dazu gehörten der Kuchenverkauf vor einem Baumarkt oder ein winterliches Angebot bei der schulinternen Weihnachtsfeier.

Der logistische Aufwand, alle Ratsschüler am Gardasee in einer Ferienanlage einzuquartieren und die Tagesausflüge zu koordinieren, sei enorm. „Wir haben frühzeitig Kontakt zu einem Spezialisten aufgenommen“, so Jansen, der nach Rücksprache mit dem Schulvorstand die Firma „Höffmann Reisen“ in Vechta beauftragte. Das Unternehmen bringt mehrmals im Jahr ganze Schulen nach Norditalien oder bis nach Rom.

Ganz besonders freut sich Jansen auf den Tag in Venedig. „Alle Ratsschüler werden gemeinsam auf einem Schiff in die Lagunenstadt schippern.“