Mit dem „Traumschiff“ zur Partnerschule nach England

Bei der Austauschfahrt nach Großbritannien staunten die 45 Ratsschüler, in was für einem lernfördernden Zustand ein Schulgebäude sein kann: Alle Wände gestrichen, überall Akustikdecken, passende Beleuchtung, Gruppenräume zur Differenzierung und keine Containerklassen. Bis dahin kannten die Teilnehmer nur Schulen in Trägerschaft der Stadt Melle. Dabei ist die „Parrs Wood High School“ keine private Eliteschule. Franka Pawlak (8d) berichtet über ihre Erlebnisse.

Nach einem anstrengenden Tag im Bus genossen alle den malerischen Sonnenuntergang vom Aussichtsdeck der Fähre. Von Brügge in Belgien ging es durch die Nacht in Richtung Hull an die britische Küste. Das Schiff „Pride of Bruges“ der Rederei „P & O Ferries“ ist so ein bisschen wie das „Traumschiff“ – nur etwas abgegriffener. Dennoch war die Nacht an Bord in Dreier- und Viererkabinen ein echtes Abenteuer, das allen viel Spaß gemacht hat. Das lag an den spannenden Spaziergängen auf den Decks und weil keiner der Ratsschüler an Seekrankheit litt. Auf der Unterhaltungsebene gab es ein kleines Showprogramm mit einer Sängerin im kurzen Gala-Kleid, die von einem Gitarrenspieler begleitet wurde.

Am nächsten Morgen an Bord freuten sich alle, mehr oder weniger gut ausgeschlafen, auf England entgegenzusteuern. Und natürlich auf das Kennenlernen der Gastfamilie am Abend.

Doch erst einmal gab es Action. Eine Hälfte der Schüler besichtigte das Manchester United Stadion „Old Trafford“, die andere erlebte den englischen Schulalltag in unserer Partnerschule, der „Parrs Wood High School“. Für Spannung sorgte natürlich auch der Moment, in dem wir auf unserer Partnerschüler treffen. Mit sollten wir nun einige Zeit in England verbringen.

Als wir unsere Zimmer bei den Gastfamilien bezogen, stand fest: Die sind mindestens so gut wie eine Jugendherberge, wenn nicht noch viel besser. Lehrer Axel Rothkehl, der sich besonders freute mit seinem Bruder und Kollegen Benjamin Rothkehl unterwegs zu sein, erzählte mir: „Wir wohnten zusammen in einer Gastfamilie und haben auf die Einzelzimmer verzichtet. Wir teilten uns einen Raum. Das war herrlich, wie daheim vor 30 Jahren.“

Am Folgetag besuchten wir die mittelalterliche Stadt Chester mit Stadtführung durch Gänge, Türme und marschierten durch geheimnisvolle Orte.

Einen Tag später fuhren wir nach Wales in die schöne Küstenstadt Llandudno in Wales. Das kann zwar kaum jemand richtig aussprechen. Aber das war nur zweitrangig. Denn wir genossen den halben Tag in dem traumhaften Seebad. Zunächst bin ich mit meinen Freundinnen auf den Steg gegangen. Die See war ruhig. Es wehte kein Sturm, wie es viele von der Nordsee kennen.

Zum Tag an der Küste gehört ein Besuch im Fish & Chips-Restaurant. Dort hatten einige Ratsschüler ihre Bestellung aufgegeben, als unsere Lehrer reinkamen: Karin von Pentz und Vanessa Harvey schauten uns auf die Teller und befanden die Lokalität für gut. Am Abend lobten sie beim letzten gemeinsamen Antreten des Tages: „Wir wurden von der Kellnerin gefragt: Sind das Ihre Schüler? Die sind alle sehr höflich und sprechen ein gutes Englisch.“ Mit diesem Lob als Betthupferl fand die Reisegruppe der Ratsschule gut in den Schlaf.

Am Samstag stand der Ausflug nach London an. Früh raus aus den Betten, um 7 Uhr ging es mit dem Zug des Unternehmens „Virgin“ direkt in die Hauptstadt.

Beim Besuch der Wachablösung am Buckingham Palace musste einer unserer Lehrer gleich mal gegen Regeln verstoßen. Für das obligatorische Gruppenfoto betrat er den gepflegten Rasen. Davor stand ein Schild: „Betreten verboten“. Hätten wir Schüler so etwas getan, würde es vermutlich Strafarbeiten geben. Aber es war ja für ein schönes Gruppenfoto, also für einen guten Zweck.

Das „Beatles Museum“ wurde am Sonntag in Verbindung mit ein wenig Shopping in der Englischen Großstadt in Liverpool besichtigt. Dort sahen wir auch etlich Fernsehteams, die dort vom Labour-Parteitag berichteten.

Trotz einiger Turbulenzen war der Besuch von „Pleasure Beach“ in Blackpool eine sehr schöne Erfahrung. Aufregend, weil Louisas Rucksack aus der Achterbahn fiel. Nach etwa einer Stunde brachte ihn ein Passant zurück, der das Gepäckstück außerhalb der Begrenzungsmauer zum Freizeitpark gefunden hatte. Soviel Kräfte werden in dem Fahrgeschäft also frei.

Einen Lagerkoller gab es nicht. Wir hatten ja auch eine Menge Abwechslung. Und haben nebenbei viel Englisch gelernt. Thank you, „Reisebüro Ratsschule“.

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