Warum André Berghegger neben Angela Merkel essen durfte

Die Sicherheitskontrollen am Eingang des Reichstagsgebäudes waren streng. Innen wurde es dann für die Ratsschüler richtig spannend. Der Bundestagsabgeordnete André Berghegger nahm sich zwei Stunden Zeit für die Teilnehmer der Studienreise „Berlin spezial“. Nebenbei berichtete der Meller Politiker, warum er beim Abendessen für die Mitglieder des Haushaltsausschusses neben der Kanzlerin sitzen durfte.

 

Die „dicke Luft“ im Konferenzraum „B1“ bezog sich nicht auf die Stimmung, sondern auf den Sauerstoffgehalt. Die Gästegruppe eines Abgeordneten aus Nordrhein-Westfalen hatte überzogen, so dass die Meller ein paar Minuten verspätet in die Diskussion mit Berghegger einsteigen konnten. Amüsant war das Warten dennoch: Ein Besucher jenseits der Pensionsgrenze spazierte an den Mellern vorbei: In Landestracht, deren grün-weiße Scherpe ihn auch im Bundestag als regionalen „Bierkönig“ auswies.

Berghegger trat wesentlich seriöser auf, aber nicht weniger unterhaltsam. Er berichtete auch von nächtlichen Sitzungen des Haushaltsausschusses. Die letzte Zusammenkunft, die so genannte „Bereinigungssitzung“, habe um 13.20 Uhr begonnen, „fertig waren wir erst um 5.09 Uhr am Morgen. Wir haben alle ein Foto von der Uhr im Sitzungsraum gemacht“. Dann sei der Gedanke gekommen, ob sich noch etwas Schlaf lohnen würde. „Die nächste Sitzung startete um 9 Uhr. Bett oder Brötchen?“, lacht der Abgeordnete.

Während der Bereinigungssitzung würden Bundesminister vor dem Ausschuss für mehr finanzielle Mittel für ihr Ressort argumentieren. Auch diese hochrangigen Politiker müssten mitten in der Nacht vor dem Ausschuss antreten.

In Berlin unterstütze ihn seit Jahren Mitarbeiter Patrick Albertsmeyer, der den Abgeordneten auch zur Diskussion mit den Ratsschülern begleitete. Eine typische Arbeitswoche in Berlin beginne am Montag mit einer Sitzung der CDU-Abgeordneten aus Niedersachsen. Dienstags treffen sich die Fachpolitiker der Parteien, dann gehe es in die Fraktionssitzungen. Am Mittwoch tagen die Fachausschüsse. Im Anschluss geht es bis Freitags in die Sitzung des Parlaments. Die nächste Rede würde für ihn am Freitag anstehen. Bis dahin habe er noch vier Tage Zeit. Ob die Rede denn schon fertig sei, fragte ein Ratsschüler. „Ich weiß schon, was ich sagen möchte“, so Berghegger. Das endgültige Manuskript würde erst am Donnerstag entstehen, „weil in der Woche inhaltlich immer noch etwas passiert“. Die Einleitung hält Berghegger meist frei, um auf Vorredner spontan zu reagieren.

Berghegger gehört seit 2013 als Abgeordneter dem Bundestag an. Auch weil er Mitglied im bedeutenden Haushaltsausschuss ist, hat er im Plenum für die CDU schon Dutzende Reden gehalten. Die sind in der Mediathek archiviert und abrufbar: https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/B/berghegger_andre/518334

Dann verriet der promovierte Jurist, warum er beim traditionellen Abendessen im Bundeskanzleramt neben Angela Merkel sitzen durfte. Er habe sich nicht gedrängt, der Platz sei ihm als Obmann der CDU im Ausschuss angeboten worden. „Und an meiner anderen Seite nahm Finanzminister Olaf Scholz dann Platz.“

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