Ratsschüler unterrichten Senioren

Zuletzt waren Waltraud Friedrichs und Dorothea Sternberg vor über drei Jahrzehnten in der Ratsschule. Damals bewirteten sie beim Richtfest als Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung die lokalen Honoratioren. Jetzt erhielten sie wie 20 andere Lehrgangsteilnehmer am Standort Reinickendorfer Ring ihre Urkunden für das Projekt „Schüler schulen Senioren“.

„Das ist eine schöne generationenübergreifende Aktion, die für alle Teilnehmer von Vorteil ist“, freute sich Astrid Boskamp aus der Marketingabteilung der Kreissparkasse Melle. Das Geldinstitut sponserte die über mehrere Wochen angelegte Veranstaltung. Bei der Urkundenübergabe hatten Boskamp und ihre Kollegin Kathleen Svensek noch für jung und alt ein Geschenk dabei. Svensek ist Auszubildende bei der Kreissparkasse und selbst ehemalige Ratsschülerin. Im Abschlussjahrgang 2008 war ausgerechnet Projektleiter Michael Jäkel ihr Klassenlehrer, der sich über das Wiedersehen mit der erfolgreichen Absolventin besonders freute.

„Am Arbeitsplatz hatte ich nie einen PC. Zum Schluss stand an meinem Arbeitsplatz immerhin ein Schreibautomat ohne Programm“, sagt Friedrichs, „mittlerweile bin ich daheim von ‚Windows XP’ auf ‚Windows 7’ umgestiegen“. Jedem Senior saß während der Lehrgangswochen ein Ratsschüler zur Seite. Waltraud Friedrichs arbeitete mit Jonas Heggemann zusammen. „Es hat mich gewundert, dass sie ein so großes Vorwissen hat“, meint der 15-Jährige. Gemeinsam haben die beiden Ordner angelegt, Dateien in verschiedenen Formaten gespeichert und Sicherheitsregeln im Internet besprochen.

Neben etlichen Tipps und Tricks für Office-Programme drangen die Senioren mit den Ratsschülern auch zu Gestaltungsprogrammen vor. Für Heinrich Henke war das besonders praktisch. Er kreierte mit Jonas Wibbelmann und Marvin Kruse (beide 9d) die Einladungskarte zu seinem 75. Geburtstag.

Den Kurs konzipierte Lehrer Michael Jäkel mit seinem „Wahlpflichtkurs Informatik“, bestehend aus Schülern der 9. Klassen. Er dankte der Landesinitiative „n-21: Schulen in Niedersachsen online“ und der Kreissparkasse Melle für die Unterstützung.

„Einige Senioren haben unsere Schüler bei der Plauderei über Hardware richtig gefordert“, so Jäkel. Zudem würden auch die Ratsschüler erheblich profitieren, weil sie ihre sozialen Kompetenzen stärken können. „Und das nicht nur, wenn die Senioren über ihren Blutdruck am Morgen reden.“

Bei der Abschlussfeier endete der Kontakt zwischen den Lehrgangspartnern nicht, denn einige Schüler und Senioren tauschten ihre Kontaktdaten aus. Die Ratsschüler bleiben für ihre Senioren weiter als „Hotline“ erreichbar.

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