Von Aleppo zum Poetry Slam

Vor 18 Monaten flüchtete sie aus Aleppo - vor einem Monat stand sie zum ersten Mal auf einer deutschen Bühne. Ratsschülerin Sultane Khalil (Bild ganz rechts) gehört an der Ratsschule zum Team der „Poetry Slamer“. Jetzt stehen für die 16-Jährige aus Klasse 8c zwei Auftritte vor großem Publikum an.

 

Bei der Weihnachtsfeier der Ratsschule wurde sie entdeckt. Trainiert hatte sie bis dahin in der Arbeitsgemeinschaft „Poetry Slam“. Die leitet Marietta Vortkamp und kooperiert dabei mit dem Kulturzentrum BÜZ in Minden. Von dort unterstützt Slam-Ikone Peter Küstermann die Ratsschule seit einigen Jahren.

Er vermittelte auch die beiden Auftritte für Sultane. Am 27. Januar stellt sie einen persönlichen Text über die Ungewissheit von Leben und Tod im Krieg bei einer Einbürgerungsfeier im Kreishaus Minden vor. „Das ist meist eine ziemlich dröge Veranstaltung“, lächelt Peter Küstermann, „wir lockern das ein bisschen auf. Dann gibt es Tanz, Musik und ein bisschen Literatur“. Slamer schreiben ihre Texte meist selbst – so wie Sultane. Sie hat an der Ratsschule ihre Gedanken über die alte und neue Heimat aufgezeichnet: „Ich vermisse Euch. Geht es Euch gut. Deutsch ist eine schwierige Sprache mit langen Wörtern.“

Am 10. Februar fährt Sultane wieder von Melle nach Minden. Dann nimmt sie an einem Wettbewerb im Stadttheater teil. „1000-Zungen-Slam“ heißt das. Es geht über drei Runden, um einen Pokal und die Vielfalt der Sprache. Slammaster Peter Küstermann erwartet Beiträge auf Arabisch, Chinesisch, Französisch, Kisuaheli, Kurdisch, Russisch und Türkisch.

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