„Mach den Boss“ beim Planspiel „Investor"

 

Eine Woche lang entwickelten und verkauften Schüler der 10. Realschulklassen Kraftfahrzeuge. Beim „Planspiel „Investor“ mussten sie Personal einstellen, Verhandlungen mit Lieferanten führen und bildeten sich in Meller Unternehmen fort. Höhepunkt der Wirtschaftssimulation war der Messe-Abend „Autowelt 2018“. Das Umfeld bestand jedoch nicht aus Händlern und Hostessen - für ausgelassene Stimmung in der Pausenhalle sorgten Eltern, Schüler und Lehrer.

 

Wiedersehen macht Freude

Der frühere Ratsschulleiter Joachim Riedel wurde von Lehrerin Karin von Pentz herzlich umarmt. Im Plenum begrüßte ihn Schulleiter Ludger Jansen: „Wir freuen uns sehr, dass Sie ein regelmäßiger Gast bei den Investor-Präsentationen sind.“ Dafür gab es den ersten Applaus des Abends. In dieser Zustimmung lag wohl auch Wehmut bei Eltern und Lehrern. Zu Riedels Amtszeit war die gesamte Meller Schullandschaft noch eine völlig andere. Jansen dankte auch der „Fachbereichsleiterin Wirtschaft“, Maria Mattick „für die Vorbereitungen, die Organisation und die Begleitung des Investorprojekts“.

Auch BBS-Schulleiter Hermann Krüssel besuchte den „Messeabend“. „Sie sehen heute sicher einige Jugendliche, die einmal Ihre Schule besuchen werden“, rief Jansen seinem Kollegen zu. Auch ehemalige Schüler wie Leonie Proch oder Marie Asplan kamen zur Investor-Show. Marie hatte vor einem Jahr mit ihrer Gruppe die Abstimmung des Messepublikums gewonnen. Jetzt wollte sie sehen, ob der Erfolg in der Familie bleibt. Schließlich nahm mit Schwester Paula schon die dritte Asplan-Tochter an „Investor“ teil.

 

Spielleiter Twyrdy: „Die wollten immer weiterarbeiten.“

Für den Industriellen Arbeitsgeberverband begleitete Roland Twyrdy als Spielleiter die Investor-Woche.

„Ich weiß nicht, ob Ihre Kinder etwas daheim erzählen“, sagte Twyrdy, „die Investor-Tage sind sehr intensiv.“ Es sei kein Wert auf Pausen gelegt worden. „Die wollten immer weiterarbeiten. Und was für mich als Spielleiter wichtig war: Innerhalb der Gruppe gab es ein gutes Sozialverhalten. Auch die Arbeit unter Zeitdruck klappte.“ In der Wirtschaftswelt gehe es „um die schwarze Null“, so Twyrdy. Darum sollten die Schüler die Zusammenhänge kennen. „Das haben Ihre Kinder in dieser Woche hautnah erlebt.“

Entwicklung und Vermarktung eines Fahrzeuges „mit mindestens drei Rädern“ war die Vorgabe. In dieser Woche saßen die vier Schülergruppen, die in Konkurrenz zueinander standen nicht nur in ihrem „Betriebsraum“ der Ratsschule. Die Jungunternehmer besichtigten die Firma Solarlux und hörten Vorträge von zwei Betrieben aus dem Grönegau. Paketdienstleister „DPD“ gab eine Einführung zum Personalwesen. „Ruwac“, der Hersteller von Industriesaugern, konnte wichtige Tipps zum Marketing an die Ratsschüler bringen.

Über vier Perioden lief die Simulation, jede stellte drei Monate in dr Entwicklung des Unternehmens dar. Aufgaben für die Schüler: Produktion planen, Sozialkosten kalkulieren, Arbeiter und Hilfsarbeiter einstellen, Marketing, Materialwirtschaft, Preispolitik und Marktforschung. Und immer wieder tauchte die Frage auf: „Was macht die Konkurrenz?“

„Alle vier Gruppen haben sehr gut gewirtschaftet“, so Twyrdy vor den Eltern, „die waren satt im Plus mit jeweils über 100 Millionen Euro Gewinn.“ Es ging auch um die Teamorganisation. „Arbeitsteiliges Arbeiten, Planung und Erfolgskontrolle, Prognosen, Fiktion und Realität verschwimmen. Die Schüler sind ständig unter Druck.“

 

Erfolg mit getuntem „Bobby-Car“

Beim Messeabend stellten die vier Unternehmen ihr Produkt vor. Die Besucher in der Pausenhalle spielten das Fachpublikum und vergaben Punkte. „Diamond-Cars AG“ überraschte mit einem Fahrzeug, das im handschuhfach einen Pizza-Ofen als Sonderausstattung anbietet. Im Werbefilmchen sah das lecker aus, die Besucher fanden es lustig.

Das Modell „Reddy“ entwickelte die Innogy Car AG“, umweltfreundlich mit betreiben mit Strom. Motto: „Get ‚reddy’ fort he future“. Einen trendigen Lifestyle-Kinderwagen stellte die „LSTL AG“ vor. Sie entwickelte ein cleveres Marketing. Fünf Prozent von jedem ihrer speziellen Kinderwagen fließen an Hilfsorganisation wie die SOS Kinderdörfer oder UNICEF.

Für 549,99 Euro gibt es sogar eine Zwillings- oder Drillingsausführung inklusive GPS als Diebstahlschutz. Broschüren verteilen sie in Frauenarztpraxen. Den Kinderwagen für den Messeabend liehen sie sich von Wirtschaftslehrerin Maria Mattick.

Viel schneller als mit dem Kinderwagen war die nächste Gruppe mit dem Sportfahrzeug „ARATI V12 E-Coupé“. Geringer Verbrauch und Fahrspaß sollte er bieten.

Ein „Statussymbol ohne begrenztes Budget“. Was für ein Traum, wenn so etwas möglich ist.

Diese Zielgruppe musste nicht mit Spenden beeindruckt werden. Versprochen wurden neun Jahre Garantie und das Publikum mit einer Kostprobe des Motorsounds überrascht.

Zu einer richtigen Messe gehört auch eine Messeparty. Dafür waren die Investor-Teilnehmer nach den vier Tagen, bei denen sie oft bis zum Nachmittag in der Ratsschule wirtschaftliche Entscheidungen über mehrere Millionen Euro getroffen haben, einfach zu platt. Jubel brach trotzdem aus, als die Siegergruppe der Publikumswahl bekannt wurde: Auf dem ersten Platz landete das kleinste Fahrzeug, das getunte Bobby-Car.

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