Bald lernen alle Ratsschüler mit dem iPad

Lernen mit dem eigenen iPad - für zwei neunte Klassen der Ratsschule ist das längst zum Alltag geworden. Damit noch mehr Schüler die kreativen Lernmöglichkeiten nutzen können, erweitert die Ratsschule nun das Angebot des Lernens mit iPads im Rahmen des Projektes „Tablets@Ratschule“. Das haben Schulvorstand und Gesamtkonferenz mit überwältigender Mehrheit beschlossen.

Schüler der siebten, neunten und zehnten Klassen sollen im nächsten Schuljahr an eigenen Geräten arbeiten können. Alle neu angemeldeten Fünftklässler werden zukünftig ab der Klasse 7 verbindlich mit dem eigenen iPad lernen. Zudem stockt die Ratsschule den Gerätepool für die anderen Klassenstufen weiter auf. "Damit ist die Ratsschule bei der Digitalisierung weiterhin ein Vorreiter in der Region," freut sich Schulleiter Ludger Jansen.

Die Schüler produzieren Erklärfilme, üben mit speziellen Apps und nutzen die iPads auf Anregung ihrer Lehrer für immer neue kreative Unterrichtsprojekte. Mittlerweile treffen sich über 20 Ratslehrer regelmäßig nachmittags, um Ideen zu tauschen und sich fit zu machen für den modernen Unterricht mit dem iPad. Neu dabei ist auch Nils Schäffer. Als Physiklehrer war Schäffer sofort fasziniert von der Idee der "Learning Snacks". "Damit lassen sich chatartige, leicht verdauliche Wissenshäppchen digital erstellen und zum Beispiel zur Wissenssicherung einsetzen - die Schüler sind begeistert bei der Sache und lernen motiviert," berichtete Schäffer interessierten Eltern und Schülern auf einer Informationsveranstaltung in der Ratsschule. Fast 100 Eltern, Schüler und Lehrer waren gekommen, um zu erfahren, wie es mit "Tabletklasse@Ratsschule" in den kommenden Jahren weitergehen soll. Projektleiter Michael Jäkel präsentierte den Stand der Planungen, der vorsieht, wegen der positiven Erfahrungen mit den Pilotklassen im kommenden Schuljahr weitere iPad-Klassen an der Ratsschule anzubieten. "In den letzten Monaten habe ich positive Sprünge in der Unterrichtsentwicklung erlebt wie nie zuvor in meiner Dienstzeit." Für die Schüler sei Unterricht mit dem iPad längst zur Routine geworden: "Erklärvideos entstehen in kaum mehr als 20 Minuten. Da müssen die Schüler nicht nur inhaltlich schnell auf den Punkt kommen, sondern auch zügig notwendige Teilaufgaben delegieren." Mit etwas Anleitung gelang das sogar interessierten Viertklässlern, die nach dem Schnuppernachmittag ihren Eltern stolz ihre Videos zu Rechentricks präsentieren konnten. Kunstlehrerin Janina Dierker zeigte den Zuschauern von Schülern erstellte Stop-Motion-Filme, in denen das Thema "Beziehungen" mit selbst gestalteten Papierfiguren bewegt dargestellt wurde. "Die Apps, mit denen wir arbeiten, sind einfach zu bedienen. So bleibt viel Zeit für Kreativität und trotzdem entstehen sehenswerte Präsentationen von Kunstwerken in einer für Schule neuen Dimension," freut sich Dierker.

„Das iPad ermöglicht eine sehr effektive Form der Zusammenarbeit, ohne viel Schnickschnack und ist räumlich unabhängig: Ob ich mit einem Schüler im gleichen Klassenraum oder aus einer Partnerschule in Manchester zusammenarbeite - beides ist gleich einfach möglich," merkt Lehrer Jäkel an.

Ganz neu im Team der iPad-Lehrer der Ratsschule ist Eila Hillen. "Ich freue mich so für meine Sechstklässler, die bisher bei mir eher klassischen Unterricht erlebt haben. Der ist sicher nicht schlecht - aber wie vielfältig die Schüler mit den Apps lernen können, fasziniert mich total," freut sich Hillen schon auf das kommende Schuljahr. Die Inklusionsbeauftragte sieht zudem großes Potential, die iPads auch für eine kreative Ausgestaltung inklusiven Unterrichts zu nutzen.

Sechstklässler Jamiro präsentiert am Ende der Veranstaltung von einem der zehn iPads, die während der Vorträge durch die Zuschauerreihen gereicht wurden, mit einem Fingertipp die Fragen, welche Eltern und Schüler in ein Online-Dokument eingetragen haben. An verschiedenen Textfarben erkennt man die unterschiedlichen Autoren der Beiträge. "Ich setze dieses Tool gern im Unterricht ein, um Informationen aus unterschiedlichen Quellen für alle Schüler der Klasse sofort sichtbar und bearbeitbar zu machen. Eine sehr effektive Form der Zusammenarbeit, ohne viel Schnickschnack und zudem räumlich unabhängig: Ob ich mit einem Schüler im gleichen Klassenraum oder aus einer Partnerschule in Manchester zusammenarbeite. Beides ist gleich einfach möglich," merkt Lehrer Jäkel an.