Medienkompetenz bei Anne Will geschult

Wenig Freizeit, dafür ein attraktives Programm in der Hauptstadt. Die Verlockung der Projektfahrt „Berlin spezial“ war für die Ratsschüler so groß, dass alle Teilnehmerplätze innerhalb von zwei Tagen ausgebucht waren. Vier Tage lang war die Gruppe an einem verlängerten Wochenende unterwegs. Zum Programm gehörten die Besichtigung des Bundeskanzleramts, die Thementage „NS-Terror“ und „SED-Diktatur“ sowie ein Besuch des Polit-Talks „Anne Will“.

 Als die Fernsehkommissare im „Tatort“ eine finale Messerstecherei nicht verhindern konnten, begrüßte Moderatorin Anne Will für die Folgesendung ihr Studiopublikum. „Wir haben heute mal eine Schülergruppe da“, freute sich die Journalistin und meinte 27 Jugendliche aus Melle.

Nebenbei hatten die Talk-Gäste ihre Plätze in der Sitzgruppe auf der Bühne eingenommen. Zwischen Publikum und Bühne bauten sich Personenschützer auf. „Noch vier Minuten“, rief eine Aufnahmeleiterin, als Anne Will in der Sitzgruppe ankam. Dort wurde die Anspannung mit höflichen Witzen über Krawatten weggeplaudert.

In einer Nachmittagssitzung hatten die Ratsschüler die Studienreise „Berlin spezial“ vorbereitet. Höhepunkt sollte der „Medienkompetenzabend“ im Studio von Anne Will sein. Auch über das System der „Vorklatscher“ informierten die Lehrer, damit die Schüler nicht darauf hereinfallen. Mitarbeiter der Talk-Gäste applaudieren frühzeitig nach den Statements, um das Studiopublikum zum Applaus zu animieren. „Das geschah dezenter als ich dachte“, meint Niklas Geise (R10a), „vielleicht auch, weil Anne Will vor einem Jahr den Pressesprecher von Minister Heiko Maas in der Live-Sendung für penetrantes Vorklatschen rügte. Das gibt es noch als Video bei YouTube“.

Nach der Sendung begleitete die Top-Journalistin ihre Talk-Gäste aus dem Studio, kehrte aber wie verabredet zu den Ratsschülern zurück. Die Meller durften in den Sesseln Platz nehmen oder sich in der Kulisse zum Gruppenfoto aufstellen. Dann gab Will noch Informationen zum organisatorischen Ablauf ihres Fernsehformats.

Dass die Ratsschüler Friedrich Merz beim ersten Talkshow-Besuch nach seinem Comeback erleben dürfen, erfuhren sie am Vortag über das Smartphone auf dem Weg ins ehemaligen KZ Sachsenhausen/Oranienburg. Die Zielgruppe der Studienreise: Historisch und politisch besonders interessierte Ratsschüler der Klassen 9/10 aus dem Haupt- und Realschulzweig, die an einem verlängerten Wochenende Unterrichtsinhalte vor Ort vertiefen wollen. „Wenig Freizeit aber ein attraktives Programm haben wir im Vorfeld angekündigt“, sagt Lehrer Michael Jäkel. Das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen besuchten die Meller zum „Thementag SED-Diktatur“. „Dort war es bedrückend und faszinierend zugleich, weil uns zwei ehemalige Opfer der Staatssicherheit durch Folterkeller und die Zellen leiteten“, sagt Niklas. Den Besuch im Bundeskanzleramt hatten die Lehrer bewusst für den Freitagabend eingeplant, wenn die Kanzlerin und das ranghöchste Personal die Räume längst verlassen haben. „Darum durften wir tatsächlich bis in den Kabinettsaal“, so Lehrer Jäkel.

Einige der Jugendlichen haben die Bundeskanzlerin doch noch erlebt, als sie in der knappen Freizeit die Kranzniederlegung zum Volkstrauertag an der Neuen Wache mit Frankreichs Präsident Macron besuchten und das Sicherheitsaufgebot bestaunten.

Intensiven persönlichen Kontakt gab es mit André Berghegger. Der Bundestagsabgeordnete nahm sich zwei Stunden Zeit und erläuterte, wie er sich auf seine Rede für die Haushaltsdebatte vorbereitet. Dann staunten die Schüler, dass er als Mitglied im Haushaltsausschuss mit seinen Kollegen zum Abendessen ins Kanzleramt eingeladen wurde und neben Angela Merkel saß. Ganz so weit schaffte es die Meller Gruppe mit den Lehrern Michael Jäkel, Axel Rothkehl und Mutter Petra Ronne nicht. Dennoch wurde ihnen im Besucherrestaurant des Bundestages noch eine warme Mahlzeit serviert.

So manche Eltern und Mitschüler hatten in Melle die Sendung von „Anne Will“ verfolgt. Beim Verlassen des Studios erhielten die Ratsschüler an der Sicherheitskontrolle die Mobiltelefone zurück. Aus der Heimat kamen Dutzende Fotos vom TV-Bildschirm an. Im Zwischenschnitt hatten die Studiokameras fast alle der reisenden Ratsschüler zumindest ein paar Sekunden lang für die 4,23 Millionen Fernsehzuschauer eingefangen.

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