Antike hautnah erlebt

 

Auf dem Markusplatz von Venedig wimmelte es zeitweise nur so von Tauben und Ratsschülern. Mit rund 300 Jugendlichen der Klassen 5 bis 10 reiste die Meller Oberschule eine Woche lang durch Norditalien. „Das war der schönste Urlaub, den ich je gemacht habe“, strahlt eine Fünftklässlerin am ersten Schultag nach der Rückkehr. Dabei sollte die Reise eigentlich nicht mit Urlaub verwechselt werden.

 Im Mittelpunkt standen Inhalte mehrerer Unterrichtsfächer. „Italien als außerschulischer Lernstandort“ heißt das in der etwas verschwurbelten Fachsprache von Pädagogen.

Ausgangspunkt war Pesacara am südlichen Ufer des Gardasees. Die erste Tour führte auf den Hausberg Monte Baldo. Das Aufregende: Für die meisten Schüler war es die Premiere in einer Gondelbahn. Bei jedem Pfeiler ruckelte die Kabine, es folgte ein beherztes Juchzen der Reisegruppe. Hinunter ging es zu Fuß. Dabei genossen die Jugendlichen den Blick auf den Gardasee und das Picknick an der Madonna dell’ Accolglienza.

Romantisch wurde es in Verona. Durch das Gedränge der Altstadt bahnten sich die Ratsschüler den Weg zum Balkon der Shakespeare-Tragödie „Romeo und Julia“. In der „Arena di Verona“ beobachteten sie den Abbau der Opernbühne, auf der im Sommer „Aida“ monumental inszeniert wird.

Höhepunkt war der Ausflug nach Venedig. Im Labyrinth der Lagunenstadt blieben besonders die jüngeren Schüler auf dem Weg zur Rialto-Brücke ganz nah an ihren Lehrern dran. Dabei war schon die gemeinsame Bootsfahrt über den Canale Grande zum Markusplatz ein unvergessliches Erlebnis.

Nach den Tagesausflügen war immer noch Zeit für Spiel und Spaß in der riesigen Pool-Landschaft. Die Ferienanlage hatte aber auch einen Strandabschnitt, so dass am letzten Abend noch 78 Schüler in den schon recht abgekühlten Gardasee sprangen.

Der Repräsentant des Reiseveranstalters lobte die Meller Gruppe für die Disziplin. „Ihr pflegt auch einen tollen Umgang miteinander“.

„Es ist großartig, dass die Ratsschule den Jugendlichen so eine Fahrt anbietet. Meine beiden Kinder kamen begeistert zurück“, erklärt der Elternratsvorsitzende Siegfried Rahe. Zuvor hatte sich Rahe dafür eingesetzt, dass Elternrat und Förderkreis einige Familien finanziell unterstützen. Niemand sollte wegen des Geldes daheim bleiben müssen. Der logistische Aufwand des Projektes sei riesig gewesen. „Ein Dankeschön gilt allen Lehrern und besonders dem Schulassistenten Uwe Hagemann“, so Rahe.

„In Italien konnte ich ein paar Tage mit meiner Cousine Veronika verbringen, die noch in die 6. Klasse geht“, freut sich Elisabeth Leinweber aus der 9b. „Auch im Bus saßen wir nebeneinander und haben uns mit ihrer Klassenlehrerin Frau Strob bei einem Grammatik-Quiz die Fahrtzeit verkürzt“.

Konrektor Johannes Kollwitz kündigte nach der Rückkehr an: „Unsere Schulfahrt nach Südeuropa mit allen Klassen war ein toller Erfolg, der unsere Schulgemeinschaft weiter festigt. Die nächsten Studienreisen der unteren Klassenstufen führen natürlich wieder in norddeutsche Gefilde.“ Aber besonders für die Fünft- und Sechstklässler war die weite Reise ein Gewinn. So konnten sie die alten Römerstädte nicht nur im Geschichtsbuch, sondern endlich hautnah erkunden. Und: In Italien gibt es auch Kinder.

 

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